Über mich


Eigentlich lief es immer auf das Arbeitsfeld Familienbildung hinaus.

 

Auch wenn mir das natürlich nicht von Anfang an so klar war. Schon als Schülerin hatte ich viel Spaß an der Jugendarbeit und war jahrelang in der Kolpingjugend aktiv – als Leiterin einer Kindergruppe, später als Bezirks- und Diözesanleiterin und ganz besonders gerne in der Ausbildung von GruppenleiterInnen.

Die Studienwahl fiel daher auch ganz schnell auf das Fach Pädagogik und die Studienrichtung Sozialpädagogik an der Universität Tübingen. Als Schwerpunkt habe ich – um mir neue pädagogische Arbeitsfelder jenseits der Jugendarbeit zu erschließen – den Themenbereich „Erziehung in früher Kindheit“ gewählt. Ein halbjähriges Praktikum in einem Kinderhaus eröffnete mir ganz neue Einblicke.

„Na, mit deinem Abitur hättest du aber doch auch was Richtiges studieren können!“, bekam ich irgendwann mal zu hören. Wer den Satz gesagt hat, weiß ich heute nicht mehr, aber er brachte mich gehörig ins Nachdenken. War die (Sozial-)Pädagogik nichts „Richtiges“? War ich etwa dabei, einfach nur mein Hobby zum Beruf zu machen – und war das vielleicht verkehrt?

Wechseln wollte ich mein Studienfach nicht, dazu lag es mir viel zu sehr am Herzen. Um aber wenigstens innerhalb der Pädagogik noch die Kurve zu etwas „Richtigem“ zu bekommen, wählte ich den Themenbereich „Erwachsenenbildung“ dazu. Erziehung in früher Kindheit und Erwachsenenbildung, wie um Himmels Willen passte denn das zusammen? Der Begriff „Familienbildung“ fiel in den fünf Jahren meines Studiums nie (skandalös eigentlich…) – aber ohne es zu ahnen, hatte ich mit dieser vermeintlich exotischen Kombination die beste Grundlage für mein späteres Arbeitsfeld Familienbildung gelegt.

Um etwas „Richtiges“ auszuprobieren, das jeglicher Verbindung zur sozialen Arbeit unverdächtig war, absolvierte ich ein zusätzliches halbjähriges Praktikum in der Weiterbildungsabteilung eines IT-Konzerns. Tatsächlich lag mir diese Arbeit sehr, so dass ich nach dem Diplom meinen Berufseinstieg in der Personalentwicklung eines großen Messeunternehmens wählte. Das brachte spannende Aufgaben mit sich – aber auch die Erkenntnis, dass es bei der Personalentwicklung in der Wirtschaft letzten Endes immer um den Nutzen des Unternehmens geht, auch wenn in den Leitbildern noch so eloquent „der Mensch im Mittelpunkt“ beschrieben wird.

Die größte denkbare Erweiterung des pädagogischen Horizonts brachte die Geburt meiner beiden Kinder mit sich. Einschlägiges Studium hin oder her – was diese enorme Veränderung bedeutet, erschließt sich wohl allen Eltern auf der ganzen Welt erst durch die eigene Erfahrung…

Familienbildung lernte ich in dieser Zeit erstmals als Teilnehmerin kennen, indem ich Geburtsvorbereitung, Krabbelgruppen und Ähnliches besuchte. Ich war sehr dankbar für die Begleitung und den Austausch, denn wie die meisten frischgebackenen Eltern beschäftigten mich tausend Fragen und Unsicherheiten. Und plötzlich wurde mir aus „Nutzersicht“ wieder deutlich, warum ich mich für die Pädagogik entschieden hatte und warum das etwas ganz und gar „Richtiges“ ist: Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen und gerade in den Umbrüchen ihres Lebens zu begleiten, ist eine unglaublich wichtige und spannende Aufgabe – und genauso spannend ist es, für dieses Arbeitsfeld Konzepte zu entwickeln, Fachkräfte zu qualifizieren und neue Wege auszuprobieren.

Seit 2006 bin ich nun selbst in der Familienbildung und in den Frühen Hilfen tätig. Und kann nur immer wieder feststellen: ein schöneres Arbeitsfeld könnte ich mir nicht wünschen.

Sich weiterzuentwickeln ist auch beruflich immer wieder eine Freude, und so haben sich inzwischen einige Weiterbildungen angesammelt – unter anderem die zur GfG-Geburtsvorbereiterin ® und GfG-Familienbegleiterin ® bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung, Familienbildung und Frauengesundheit e.V. und die zur Systemischen Beraterin (DGSF) im Praxis Institut Hanau. Aktuell absolviere ich eine berufsbegleitende Weiterbildung für systemische Supervisorinnen und Supervisoren. Es wird sicherlich nicht die letzte bleiben…